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Fort QuâAppelle
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Fort QuâAppelle ist eine Stadt im SĂŒden der kanadischen Provinz Saskatchewan. Sie liegt ca. 70 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Regina. Ihre NachbarstĂ€dte sind Echo und Mission Lakes im namengebenden QuâAppelle Valley. In der NĂ€he liegt auch der Ort QuâAppelle, der sich allerdings von der Stadt Fort QuâAppelle unterscheidet. Sie wurde als Handelsposten der Hudsonâs Bay Company 1864 gegrĂŒndet. Fort QuâAppelle hat knapp 2000 Einwohner. Der 1897 errichtete Laden der Hudsonâs Bay Company, der 1911 entstandene Bahnhof der Grand Trunk Pacific Railway, das Fort San, ein Sanatorium und das Treaty 4 Governance Centre sind prĂ€gend fĂŒr das Stadtbild.
Contents
âą Demographie
âą Entwicklung
âą Erziehung
âą Kirchen
âą Wetter und Klima
âą Verkehr
âą Sport
âą Medien
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Demographie
Nachfolgend die Einwohnerentwicklung gemÀà dem alle fĂŒnf Jahre stattfindenden Zensus:
| Jahr | 1996 | 2001 | 2006 | 2011 | 2016 |
|---|---|---|---|---|---|
| Einwohnerzahl | 1997 | 1940 | 1919 | 2034 | 1920 |
| Quelle | [ 1 ] | [ 2 ] | [ 3 ] | [ 4 ] | [ 5 ] |
UrsprĂŒnge und frĂŒhe Geschichte
Vor GrĂŒndung des Ortes Fort QuâAppelle gab es bereits zwei Forts mit diesem Namen. Das erste war ein Handelsposten der North West Company, der von 1801 bis 1805 existierte, er befand sich in einem Tal an der Grenze zwischen Manitoba und Saskatchewan. Die Hudsonâs Bay Company hatte in der Zeit zwischen 1813 und 1819 einen gleichnamigen Posten nördlich von Whitewood (ca. 174 km östlich von Regina gelegen). Der Name âQuâAppelleâ kommt aus dem Französischen fĂŒr âder ruftâ und beruht auf dem Namen, den die Cree bereits benutzten, kah-tep-was (âder Fluss, der ruftâ). Es gibt verschiedene Varianten, woher dieser Name stammt, die populĂ€rste Version beruht auf einer Legende von zwei unglĂŒcklich Verliebten.
Von 1852 bis 1854 gab es am Rande der jetzigen Stadt einen Pelzhandelsposten der Hudsonâs Bay Company. 1864 wurde der Posten wiederbelebt, er bestand bis 1911. Eine anglikanische Mission, deren Kirche âSt. John the Evangelistâ noch heute besteht, wurde 1886 gegrĂŒndet.cite-ref-6[6]
Nach Abschluss eines Vertrags mit den StÀmmen der Cree und Salteaux wurde ein Posten der North-West Mounted Police, der heutigen Royal Canadian Mounted Police (RCMP), errichtet, der noch bis heute existiert.cite-ref-7[7]
Ein wesentlicher Wandel von Fort QuâAppelle begann, als erste landwirtschaftliche Betriebe in den 1880er Jahren gegrĂŒndet wurden. Die Landwirte benötigten ein nah gelegenes Zentrum fĂŒr den Verkauf ihres Getreides und anderer Produkte sowie fĂŒr den Kauf von Maschinen und Hilfsmitteln. Man baute Schulen und Kirchen, in denen sich das soziale Leben entwickelte. Im Laufe der Zeit wurde ein RĂŒckgang der Landwirtschaft beobachtet, der sich in den 1970er Jahren verstĂ€rkte; zahlreiche Farmer vollzogen den Umzug in die Stadt, um dort ihren Lebensabend zu verbringen.
Die Stadt grenzt direkt an den ursprĂŒnglichen Handelsposten der Hudsonâs Bay Company an, der als historische StĂ€tte erhalten ist und in dem sich heute ein Museum befindet. Der HandelsstĂŒtzpunkt der HBC wurde 1864 gebaut, als sich die AktivitĂ€ten des Unternehmens noch weitgehend auf den Pelzhandel mit indigenen Bewohnern beschrĂ€nkten. Das GebĂ€ude wurde 1953 aufgrund seiner damaligen Bedeutung in das Register der âCanada Historic Placesâ aufgenommen.cite-ref-8[8]
Nach der Besiedlung durch europĂ€ische Landwirte in den 1880er Jahren wurde ein Postamt gegrĂŒndet. Die HBC baute 1897 ein LadengeschĂ€ft in der Broadway Street und ersetzte den ursprĂŒnglichen Handelsposten, er blieb im Besitz der HBC, wurde jedoch nicht mehr genutzt. Der Pelzhandel nahm ab, aber es kamen immer mehr Farmer zum Einkaufen in die Stadt.
BezĂŒglich des Stadtnamens gab es eine RivalitĂ€t zwischen der heutigen Stadt und dem ehemals bedeutenden regionalen Zentrum, das den Namen QuâAppelle trĂ€gt. Die Angelegenheit wurde 1911 gelöst, indem man den damaligen CPR-Bahnhof als QuâAppelle und die Stadt im Tal als Fort QuâAppelle benannt hat.
Eine Reihe von Handelsposten im QuâAppelle-Tal wurden Fort QuâAppelle genannt. In der NĂ€he von Fort EspĂ©rance hatten sowohl die Hudsonâs Bay Company als auch die North West Company zeitweise Handelsposten, die alle Fort QuâAppelle genannt wurden. (Die Hudsonâs Bay Company und die North West Company fusionierten 1821.) Von 1855 bis 1864 hatte die Hudsonâs Bay Company ein Fort QuâAppelle etwas sĂŒdlich von McLean. Es war ein AuĂenposten von Fort Ellice, dort wurde hauptsĂ€chlich Pemmikan gehandelt. Im Jahr 1864 wurde es an den heutigen Standort von Fort QuâAppelle verlegt.cite-ref-9[9]
1883 wurden drei Internate fĂŒr Jugendliche der First Nations gegrĂŒndet; eines auf der SĂŒdseite des Mission Lakes gegenĂŒber von Lebret, das auf der nördlichen Seite des Sees liegt, sowie je eines in Battleford und in High River.
Entwicklung
Das Wachstum der Stadt, das nicht auf dem Status als Handelsposten der Hudsonâs Bay Company beruhte, fand erstmals in den 1880er und 1890er Jahren statt. EuropĂ€ische Siedler kamen in die Region, erster Höhepunkt war 1880, als auch ein Postamt eröffnet wurde. Obwohl das Hauptquartier der North-West Mounted Police, der VorgĂ€ngerin der Royal Canadian Mounted Police (RCMP), in Regina errichtet wurde, nachdem es 1882 zur Hauptstadt der North-West Territories ernannt worden war, blieb die Polizeiwache am westlichen Ende der Stadt Fort QuâAppelle bedeutend fĂŒr die ganze Region. Die Bedeutung der Wache stieg auch weiterhin wĂ€hrend der Weltwirtschaftskrise und wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs.
Die Ă€lteren GebĂ€ude und GeschĂ€ftsrĂ€ume zusammen mit den anglikanischen und Unierten (ehemals presbyterianischen) Kirchen der Stadt sind typisch fĂŒr das Britische Empire zum Ende des 19. Jahrhunderts. 1913 wurde eine Fischzucht gebaut und 1917 öffnete das Tuberkulosesanatorium (Fort San).
Die HandelsgeschĂ€fte wuchsen, da sie nicht nur zur Versorgung der Stadtbevölkerung dienten, sondern auch fĂŒr die Bewohner des Umlands. Das Hotel hatte einen gut besuchten Pub mit einem immer gefĂŒllten Parkplatz davor. Am Rande der Stadt am Highway 35 befand sich ein Autokino, das jedoch aufgrund immer weiter verbreiteter Fernseher in den 1960er Jahren wieder geschlossen wurde.
Mit dem allgemeinen RĂŒckgang der lĂ€ndlichen Bevölkerung in Saskatchewan nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt weiter, sie profitierte von der Landflucht. DarĂŒber hinaus wurden zahlreiche FerienhĂ€user gebaut, die den Einwohnern von Regina als Erholungsmöglichkeit dienten. Fort QuâAppelle war aufgrund der Landschaft beliebt als Erholungsort und ein guter Ausgangspunkt fĂŒr viele FreizeitaktivitĂ€ten.
Diese Entwicklung wurde in den frĂŒhen 1960er Jahren beschleunigt, als der Highway 35 Fort QuâAppelle erreicht hat. Er zweigte in der Stadt QuâAppelle vom Trans-Canada Highway. Der Ă€ltere Highway wurde durch den Bau von Highway 10 ergĂ€nzt, der bereits in Balgonie vom Trans-Canada Highway abzweigte und einen direkten Weg ins Tal bot.
Die Stadt selbst ist heute ein Einkaufs-, Dienstleistungs- und Verwaltungszentrum, das den umliegenden Gemeinden, benachbarten Feriendörfern, WochenendgÀsten und Sommerurlaubern dient. Viele traditionelle SeesommerhÀuser werden ganzjÀhrig genutzt, da der Wintersport an Bedeutung gewinnt.
Historische und aktuelle medizinische Einrichtungen
Dr. Maurice Macdonald Seymour, war Arzt und Commissioner fĂŒr die öffentliche Gesundheit in der FrĂŒhzeit der Northwest Territories. Er grĂŒndete die Antituberkuloseliga, die das Sanatorium in Fort QuâAppelle baute.cite-ref-10[10]
Das Tuberkulosesanatorium wurde von der Provinzregierung betrieben, es eröffnete 1917 unter der Leitung von R. G. Ferguson im nahegelegenen Fort San. Als die Tuberkulose weitestgehend besiegt wurde, wurde die Klinik in ein Kunstzentrum umgewandelt.
Das frĂŒhere Fort QuâAppelle Indian Hospital wurde 2004 durch das All Nations Healing Hospital ersetzt. Das Krankenhaus ist das erste in Kanada, das von den First Nations gegrĂŒndet und betrieben wurde.
Erziehung
Die Stadt hat eine High School, die Bert Fox Community High School, und eine Grundschule, die Fort QuâAppelle Elementary Community School. Die ehemalige Zentralschule, die 1911 erbaut wurde, wurde in das Kunstzentrum QuâAppelle Valley umgewandelt. Das Parklands College befindet sich im Treaty 4 Governance Center. Der Schulbetrieb in Fort QuâAppelle wurde unmittelbar nach Ende des Schuljahres 1962â63 stark ausgeweitet. Nahegelegene lĂ€ndliche Schulen, die SchĂŒler vom Kindergarten bis zur 12. Klasse hatten, wurden geschlossen und die SchĂŒler wurden daraufhin zur Schule nach Fort QuâAppelle gefahren. In den folgenden Jahrzehnten nahm die SchĂŒlerzahl vom Lande stark ab, da es auf dem Land zu einem BevölkerungsrĂŒckgang kam.
Zwischen 1967 und 1991 war das geschlossene Tuberkulosesanatorium in Fort San Schauplatz der Summer School of Arts in Saskatchewan mit Tanz, Musik, bildender Kunst, Schrift und Theater. Dies zog sehr viele Besucher nach Fort San, diese besuchten aber auch Fort QuâAppelle und Lebret, in dessen römisch-katholische Kirche liturgische Musik aufgefĂŒhrt wurde. Die Schule der KĂŒnste wurde jedoch geschlossen, da die Finanzierung durch die Provinzregierung gestrichen wurde.cite-ref-11[11]
Kirchen
Kirchen mit einer â nach lokalen MaĂstĂ€ben langen â Geschichte sind die römisch-katholische Kirche von Lebret, die Sacred Heart Church, die anglikanische Kirche St. John the Evangelist, die auf die erste Mission der Church of England von 1854 zurĂŒckgeht, und die St. Andrewâs United Church (presbyterianisch bis Mitte 1925). Wie in vielen anderen Gemeinden ist der Kirchgang in allen traditionellen Konfessionen deutlich zurĂŒckgegangen.
Die historischen Kirchbauten werden ergĂ€nzt durch die römisch-katholische Kirche âOur Lady of Sorrowsâcite-ref-12[12] und die âOur Saviour Churchâ, eine Kirche des evangelisch-lutherischen Bekenntnisses. DarĂŒber hinaus haben die Zeugen Jehovas noch einen Königreichssaal.
Wetter und Klima
Das Klima in Fort QuâAppelle hat ein semi-arides Hochlandklima mit trockenen Wintern und kĂŒhlen Sommern, nach Köppen wird es mit BSk eingestuft. Die Winter können unangenehm kalt werden, jedoch wehen auch warme und trockene Chinookwinde vom Pazifik her in die Stadt und sorgen fĂŒr WĂ€rme in den Wintermonaten, da sie binnen Stunden die Temperatur auf 15° C ansteigen lassen können.
In Fort QuâAppelle gibt es Temperaturen der Extreme, sie schwanken zwischen der Rekordtemperatur von â47,2° C im Januar 2016 und einem Höchstwert von 44,4° C im Juli 1937.cite-ref-january-1916-13-0[13]cite-ref-july-1937-14-0[14] Die nĂ€chstgelegenen offiziellen Wetterstationen befinden sich in QuâAppellecite-ref-15[15] und Lipton.cite-ref-16[16]
Aufgrund der relativen Trockenheit in Fort QuâAppelle können die Sommerabende sehr kĂŒhl sein, die Minimaltemperaturen können auf 10° C fallen, das Klima in Fort QuâApelle ist vergleichbar mit anderen StĂ€dten in den Great Plains und kanadischen PrĂ€rien. DĂŒrren sind nicht ungewöhnlich; durchschnittlich fallen 455,4 mm NiederschlĂ€ge pro Jahr, davon 113 mm als Schnee.
Verkehr
UrsprĂŒnglich war Fort QuâAppelle an das Schienennetz der Grand Trunk Pacific Railway angeschlossen, die spĂ€ter in der Canadian National Railway aufging. Es wurden jedoch nach 1945 viele Strecken geschlossen, so dass auch 1978 der Passagierverkehr nach Fort QuâAppelle aufgegeben wurde.
In Fort QuâAppelle treffen die Highways 10, 22, 35 und 56 aufeinander.
Sport
Der Mission Ridge Ski Hill, der sĂŒdlich der Stadt bei Treaty 4 Grounds liegt, hat im Winter geöffnet und wird von Skifahrern aus der Region und Umgebung bis hin nach Regina besucht. Im Sommer findet dort ein Country-/Rockmusikfestival statt.
2007 fand in Fort QuâAppelle der Keystone Cup statt, eine Jugendmeisterschaft im Eishockey fĂŒr das westliche Kanada.
Hockey: Das Fort QuâAppelle Senior C Team gewann 1957 die Jack Abbott Memorial Trophy, 2004 gewann die Frauenmannschaft der Fort QuâAppelle Flyers die Provinzmeisterschaft. 2004 und 2005 siegte das Falcons Midge A Team im Harold Jones Cup.
Glen Burdon, der in verschiedenen Mannschaften der National Hockey League und der World Hockey Association spielte, startete seine Laufbahn in der Saison 1970â71 bei den Fort QuâAppelle Silver Foxescite-ref-17[17]
Der Fort QuâAppelle Curling Club wurde 1894 gegrĂŒndet.cite-ref-18[18] Das Team der Fort QuâAppelle Sioux Indians spielen in der Southern Baseball League.
Tourismus und Erholung
Fort QuâAppelle und das nahegelegene QuâAppelle-Tal boten Erholungsmöglichkeiten von Anfang an, sowohl im Sommer als auch im Winter kamen Touristen, dies wurde schon in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg berichtet.cite-ref-19[19] Der See bietet die Gelegenheit zu Schwimmen, zum Bootfahren sowie andere WasseraktivitĂ€ten. Auch im Winter wird der See touristisch genutzt, es gibt die Gelegenheit, Langlauf zu betreiben, Schneemobile zu mieten oder auch zu Eisfischen. Der Echo Valley Provincial Park befindet sich zwischen dem Echo Lake und dem Pasqua Lake.cite-ref-20[20] Dort gibt es ein Campingplatz, der diverse WasseraktivitĂ€ten anbietet.cite-ref-21[21] Das bekannteste touristische Event ist das âTreaty 4 Gatheringâ. Es erinnert an die Unterzeichnung eines Vertrags mit den Native Indians.cite-ref-22[22] Die Veranstaltung findet im September statt, zahlreiche Powwows werden in dieser Woche abgehalten.
Im Winter gibt es die Möglichkeit zum Wintersport, der Mission Ridge Ski Hill zieht auch Besucher aus Regina an.
Persönlichkeiten
âą Walter Deiter (Peepeekisis First Nation): indianischer StammesfĂŒhrer
âą Chris Hahn: deutsch-kanadischer Eishockeyspieler
âą James Henderson: KĂŒnstlercite-ref-23[23]
âą Buffy Sainte-Marie: Musikerin und Aktivistin
âą Noel Starblanket (Starblanket First Nation): indianischer StammesfĂŒhrer
Medien
âą Es gibt eine örtliche Wochenzeitung, die Fort QuâAppelle Times, die seit 2014 existiert.
Film- und Fernsehproduktionen
âą Der Film Mittendrin und voll dabei wurde in Fort QuâAppelle und Umgebung sowie in Regina gedreht.
âą Der CBC-Film Betrayed wurde in Fort QuâAppelle und dem dortigen alten Krankenhaus gedreht.
âą Die Fernsehserie Life Without Borders wurde hier produziert und gefilmt.
Weblinks
Commons
: Fort Qu'Appelle
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Website der Gemeinde â Geschichte von Fort QuâAppelle
Einzelnachweise
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